Mein Maibock und andere Jägerfreuden

Jagdtagebuch, 03.Mai 2014

April 2014

April 2014

Schön. Nur Rehe sehen das anders.

Schön. Nur Rehe sehen das anders.

Mitten auf der Wiese

Mitten auf der Wiese

"Bei vielen steht der Jäger im Geruch eines rauhen, süchtigen Mordmenschen; vielen gilt er als verdächtiger Erbe und Walter überwundener, verhasster Vorrechte; wenige wissen von der Seele und seiner inneren Welt." F.v.Gagern

„Bei vielen steht der Jäger im Geruch eines rauhen, süchtigen Mordmenschen; vielen gilt er als verdächtiger Erbe und Walter überwundener, verhasster Vorrechte; wenige wissen von der Seele und seiner inneren Welt.“ F.v.Gagern

Frisch bestelltes Maisfeld

Frisch bestelltes Maisfeld

Flatterkram als Vergrämungsmittel vor der Wiesenmahd; Weidenäste 200 cm lang + ein gelber Sack und/ oder gefaltete Zeitung

Flatterkram als Vergrämungsmittel vor der Wiesenmahd; Weidenäste 200 cm lang + ein gelber Sack und/ oder gefaltete Zeitung

Der April war reich an Erlebnissen. Was so alles passiert ist, könnt Ihr bald in meinem  YouTube-Monatsvideo miterleben.

Der 1.Mai bedeutet für den Großteil der deutschsprachigen Jäger, dass die Jagdzeit auf die ersten Cerviden, gemeint sind die Rehböcke, beginnt.
So bin auch ich einer Bockeinladung eines Jagdfreundes gefolgt. Das frühe Aufstehen fiel mir als „Eulentyp“ wie immer schwer und auch beim Morgenansitz kam ich Dank der kürzlich geänderten Jagdzeitenverordnung in Jagdland Schleswig-Holstein nicht zum Schuß.

Ich sass als Feldjäger im Wald und muss gestehen, dass es schwieriger zu sein scheint. Die raschelnden, schmatzenden Sauen um halb fünf konnte ich nicht sehen, nur gerade einen Frischling im Nachthemd, der den Waldweg überfiel.

Später stand ein Schmalreh genüsslich und breit in einer Schneise. Ideal anzusprechen, aber anders als im letzten Jahr, aufgrund einer geänderten Jagdzeitenverordnung zu schonen. So erfreute ich mich am Kranichruf und dem Klopfduell der Spechte.
Erst der Abendansitz im gleichen Revier brachte Jagderfolg.

Der Mai hat jedoch noch mehr „Jägerfreuden“ zu bieten.
Wie der Lieblingslandwirt ankündigte, wurde der Mais gedrillt. Die gebaizten Maiskörner werden in langen Linien oberflächlich in den Ackerboden eingebracht, um zu keimen; am Besten schneller als das Schwarzwild sie entdeckt.

So gilt es diese Flächen inbesondere bis zum ersten grünen Trieb mit Argusaugen zu beobachten und bei frischen Fährten zu bewachen.

Das in diesem Jahr alles früher kommt, habe ich nicht erst, aber dann schmerzlich beim ersten Zeckenbiss zu Ostern gespürt. Auch das Gras im Wiesenland ist prächtig gewachsen und so stand heute die erste Grasmahd an. Die ersten Rehkitze sind da. Sie, Junghasen und Wildgeflügel sind dabei viel zu oft Opfer der schnellen Sensen.

Die Taktik ist Zusammenarbeit.
Wir Jäger vergrämen einen Abend zuvor den Einzug der Ricken in die Wiesen mit Flatterkram, suchen mit brauchbaren Hunden die Wiesen ab und der Lieblingslandwirt mäht die Wiesen von innen nach außen. Das ist für alle Beteiligten umständlich und zeitraubend, aber wir alle verabscheuen den Anblick von ausgemähten Rehkitzen.

Das raubte die Zeit vom gestrigen Abendansitz, aber wenn es nur einem Kitz hilft. Im Gegenteil brachte es noch Glück, so lief im besten Licht ein grober Keiler aus einem Rapsfeld über den Weizen auf meine Kameralinse zu.

Packende bewegte Bilder für mein YouTube-Monatsvideo sind so entstanden. Bis der gelbgepuderte Schwarze in meinen Wind lief und kurzentschlossen zurück im gelben Dschungel verschwand.

 

Heute war dann Familienzeit. Mit den Drahtesel ging es auf große Tour. Das die zufällig durchs Revier führte, fiel nicht weiter auf. Entstanden sind Natur- und Familienbilder.

In diesem Sinne. Waidmannsheil und Gruß.

Euer Dreispross

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