Vorbereitungen für Wiesenmahd & Kitzrettung

Vorbereitungen für Wiesenmahd & Kitzrettung

Jagdtagebuch, 18.05.2016

Das Wiesengras steht bereits hoch und die Landwirte haben bei uns die erste Wiesenmahd angekündigt. Beim Mähen wird immer wieder Jungwild vom Feldhasen, Fasan und Reh totgemäht. Das liegt zum einen am angeborenen Reflex “Bloß liegen bleiben und nicht auffallen” und an den schnellen Mähwerken, die ein Flucht oft unmöglich machen. Und jetzt kommen die Jäger ins Spiel, die bei rechtzeitiger Anmeldung der Mähtermine (1-2 Tage vorher) die Wiesen “vorbereiten” können. Durch akustische und optische Hilfsmittel versuchen wir das weibliche Rehwild, die Ricken, davon abzuhalten ihre Kitze in die Wiese abzulegen. Das klappte bei uns in den letzten Jahren mit folgenden Hilfsmittel sehr gut…die Rehgespenster.

Rehgespenster (2)

Benötigt wird eine Astschere, ein scharfes Messer und Haselnussäste.

Rehgespenster (1)

Die mindestens 230 cm langen Aste werden von Astrieben und Blätter befreit.

Rehgespenster (4)

Nur am oberen Ende lässt man eine Astgabel stehen, um Gegenstände anzuhängen.

Rehgespenster (6)

Der Wiesenboden ist teilweise sehr hart. Also die Unterseite der Haselnusszweige anspitzen.

DSC_0009 (2)

Die Äste werden am Tag vor der Wiesenmahd mit Gegenständen wie Kunststofftüten, Lappen, Schleifen oder Zeitung präpariert. Alles sollte sich im Wind gut bewegen können.

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Die präparierten Zweige werden dann leicht schräg in den Wiesenboden gerammt. Eine Eisenstange kann hier beim Reinrammen helfen. Und schön auf die Windrichtung achten.

DSC_0046 (2)

Beim Präparieren der Haselnussruten darf man kreativ sein.

Rehgespenster

Diese Rehgespenster sind kostengünstig, einfach zu basteln und bei uns effektiv, um Ricken aus den Wiesen zu vertreiben. So bleiben die Kitzen am Leben.

Kitzrettung durch Jäger

Neben den Rehgespenstern sollte trotzdem abgesucht werden. Dabei können Vorstehhunde helfen. Es gibt viele Möglichkeiten dem Jungwild zu helfen, damit sie nicht den Mähtod erleiden.

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Spektiv ATX/ STX & TLS APO von Swarovski Optik

Spektiv ATX/ STX & TLS APO von Swarovski Optik

Gerade weit entferntes Wild ist mit einer Spiegelreflexkamera schwer zu filmen.

Swarovski hat mir dafür das ATX/ STX Teleskop mit einem Adapter für meine Spiegelreflexkamera und mein iPhone 5s und einem passendem Aluminiumstativ zum Test angeboten. Ich bin auf die Möglichkeiten gespannt.

Nachdem heute das Paket kam, ging es gleich raus ins Revier und an einen großen See, um das Spektiv auszuprobieren. Das Filmen klappt schon mal gut :-) . Genau richtig für weite Entfernungen (u.a. für die geplanten Reisen nach Schweden und Ungarn in diesem Jahr). Fotografieren ist nur aber mit manueller Belichtung & Blende möglich. Da muss ich noch kräftig üben, damit die Bilder gut werden.

Vielen Dank an Swarovski für diese Möglichkeit.

Gruß & Waidmannsheil Euer Dreispross

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Graureiher fotografiert durch Swarovski Optik Hunting STX 85, TLS APO mit Nikon D5300

Graugansnachwuchs fotografiert durch Swarovski STX 85, PA-Adapter und iPhone 5 s (Entfernung >400 m)

Swarovski STX 85, APO TLS und Body Nikon 5300

 

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Jagd im Monat Mai

Jagdtagebuch, 12.05.2016

Der Wonnemonat Mai. Ein faszinierender Monat voller Dinge, die es zu Erleben gilt. Aber seht selbst…

Das Gelb der Rapsfelder gehört zum Mai.

Das Gelb der Rapsfelder gehört zum Mai.

Fegestelle eines Rehbockes. Hier markiert der Rehbock und verfegt sein Gehörn. Gerade bei jungen Böcken muss die Basthaut jetzt noch abgeschubbert werden.

Fegestelle eines Rehbockes. Hier markiert der Rehbock und verfegt sein Gehörn. Gerade bei jungen Böcken muss die Basthaut jetzt noch abgeschubbert werden.

Fast im Offenland haben wir diesen Sauenkessel gefunden. Die Bache rupft das umliegende Gras und trägt es auf einem Platz für ein Trockenlager zusammen. Feuchtigkeit (+Kälte) mag der Sauennachwuchs garnicht.

Fast im Offenland haben wir diesen Sauenkessel gefunden. Die Bache rupft das umliegende Gras und trägt es auf einem Platz für ein Trockenlager zusammen. Feuchtigkeit (+Kälte) mag der Sauennachwuchs garnicht.

Bei dem hinteren Stück handelt es sich um eine Überläuferbache, die zwei Frischlinge führt. Das Bild ist ganz in der Nähe vom Sauenkessel aufgenommen worden. Vielleicht hat sie ihn dort gebaut.

Bei dem hinteren Stück handelt es sich um eine Überläuferbache, die zwei Frischlinge führt. Das Bild ist ganz in der Nähe vom Sauenkessel aufgenommen worden. Vielleicht hat sie ihn dort gebaut.

Borsten vom Schwarzwild an einem Baumstamm, der mit Buchenholzteer bestrichen wird. Der Jäger nennt ihn Malbaum. Die Sauen lieben es, sich daran zu reiben. Ein wirklicher Sauenhotspot.

Borsten vom Schwarzwild an einem Baumstamm, der mit Buchenholzteer bestrichen wird. Der Jäger nennt ihn Malbaum. Die Sauen lieben es, sich daran zu reiben. Ein wirklicher Sauenhotspot.

Schwarzwildkirrungen ziehen unweigerlich auch Mäuse an. Und diese ziehen u.a. Eulenvögel an. Eine Win-Win-Situation.

Schwarzwildkirrungen ziehen unweigerlich auch Mäuse an. Und diese ziehen u.a. Eulenvögel an. Eine Win-Win-Situation.

 

 

 

 

 

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South Dakota Hen House – die Küken sind gesprungen

South Dakota Hen House – die Küken sind gesprungen

Jagdtagebuch, 08.Mai 2016

Nachdem ich die Wasserburgen am 01.03.15 aufgestellt hatte, konnte ich ja am 09.04.16 das erste Gelege mit acht Stockenteneier im SDHH festgestellen. Am 07.Mai 2016 sind die Küken aus dem SDHH gesprungen und offensichtlich in ein angrenzendes Fließgewässer abgewandert. Also erfolgreich ;-) .

Ich habe jetzt das Henhouse wieder aufgerichtet und neu ausgepolstert. Dabei fiel mir neben den Schalenresten ein weiteres Nest (ausgekleidet mit Moos) auf. Die regelmäßig auf den Wildkamerabilder abgelichtete Bachstelze muss als Untermieter dort gebrütet haben.

Gruß und Waidmannsheil

Euer Dreispross

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Jungjägergeschichte

Jagdtagebuch, 04.Mai 2016

Hallo Jagd- und Naturfreunde,

könnt Ihr Euch noch an den Jungjäger vom letzten Tagebucheintrag erinnern? Der, der sich seine Zeit nahm.
Gestern Abend ging es zu einem erneuten Versuch. Das Wetter war tagsüber regnerisch, kalt und windig. Am Abend klarte sich das Wetter auf und die Sonne setzte sich durch.

Der Jungjäger lud das Magazin mit der bleifreien RWS Hit.

Also wieder gute Vorraussetzungen, um den Jungjäger an seinen ersten Rehbock zu führen. Wir suchten uns eine große Wiese aus und mittig eine Ansitzeinrichtung, die Platz und Sicht bot. Der Wind passte und bereits beim Öffnen der Fensterklappen konnte wir einen Rehbock sehen, der in unsere Richtung zog.

“Das wird vielleicht ein kurzer Jagdabend.”, dachte ich und schaute auf den Jungjäger. Er sass, wie vorgegeben, lud seine Büchse und richtete sich ein. Ein wenig zu holprig dachte ich und sagte, “Atmen, atme zweimal tief ein.”. Erst irretiert, tat er mir den Gefallen und wurde sichtlich ruhiger.

Der Rehbock döste im Gras.

Der Rehbock döste im Gras.

Der Rehbock hatte sich unbeeindruckt und außerhalb einer angemessenen Schussentfernung niedergetan. Jetzt hieß es warten. Der Jungjäger genoss dabei den Anblick. “Er schläft ja richtig.”, sagte er. Genau, er döste in Schein der Sonne und ließ sich das Ganze förmlich durch den Pansen gehen.

Nach einer Stunde stand er auf, äste und bewegte sich weiter in unsere Richtung. Spannend war es, immer wieder nahm der Jungjäger den Bock ins Absehen und wartete auf das Signal. Zu weit stand er noch und das mögliche Anpirschen schied aus, da es für mich ein Meisterstück in der Jägerei ist.

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Der Jungjäger führt eine Heym SR 30.

Noch 50 Meter dachte ich, dann äugte der Bock plötzlich in Richtung Wald, lange bevor wir den zweiten Bock erblickten. Und wie sollte es anders sein, kam der Rehbock in langen Setzen auf “unseren Rehbock” zu. Jungjäger…jetzt kann es schnell gehen!

Imponiergehabe, Stechschritt und kurzer Kampf mit Flucht. Das Ganze spielte sich in wenigen Sekunden, aber dann auch kurz direkt vor dem Ansitz ab. Scheibenbreit standen Beide, aber eben zu kurz für meinen Jungjäger. Da blieb er sich treu.

Jagdbüchse im Anschlag

Jagdbüchse im Anschlag

Beide liefen in den Wald und kurz darauf schreckten die Rivalen im Wald aus Einigkeit darüber, dass etwas Menschliches in der Nähe war. Nicht wir, sondern der Nachbar schien nicht weit zu sitzen.

Eine Chance blieb wieder ungenutzt und trotzdem schaute wir uns beide an und freute uns über diese Dynamik, die ich ankündigte und dann doch so überraschend kam.

Jagdfieber

Jagdfieber

Wieder warten. Dann wiederholte sich der ganze Abend. Unser Bock kam auf die Wiese und äste. Dann kam erneut der zweite Rehbock und die nächste Rangelei war im Gange.

Diesmal in idealer Schussentfernung. Der Schuß brach, als wir uns einig waren. Tiefblatt sitzt der Schuss. Deutlich zeichnend startet der Bock rasant. Jedoch nur kurz, denn nach zehn Metern brach er zur Seite und rührte sich nicht mehr.

Der Jungjäger hatte bereits repetiert. Sehr gut gemacht! Ein kräftiges Waidmannsheil schmettere ich ihm zu. Sehr gut gemacht!

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Sie sehen sich das Bild oder die Trophäe an und sind sofort in der Situation, fast wie mit einer Zeitmaschine. “Fremden” fehlt dieser Zugang, weil sie nicht dabei waren. Sie profitieren aber wie der Erleger vom köstlichen Wildbret, einem hochwertigem Nahrungsmittel.

Und noch vor der Inbesitznahme seiner Beute freuten wir uns über den Jagdabend. Die Anspannung des Jungjägers fiel ab und ich versuchte seine Fragen zu beantworten. Nach einer Zeit gingen wir zu seinem ersten Rehbock. Ich dachte darüber nach, wie es bei mir war und ist… ein Moment aus Ehrfurcht, Angst, Stolz und Glücksgefühlen, weil alles gut gegangen ist.

Und natürlich ging das angewandte Lernen und Fortbilden bei der sich anschließenden Roten Arbeit weiter.

In diesem Sinne…Gruß & Waidmannsheil

Euer Dreispross

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