Jagdtagebuch, 14.August 2015

In diesem Jahr ist die Erntezeit anders. Hartnäckig folgte in der Wochenmitte der dritte Anlauf, der sicher gut organisiert war.

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Skizze, genaue Absprachen und Funkgeräte auch wichtig für eine sichere, erfolgreiche Erntejagd

Der Landwirt und der Wetterbericht machten Hoffnung und die Vorfreude ließ den Weg kürzer werden. Doch am letzten Rapsfeld im Revier angekommen, drehte der Drescher bereits bei. „Der Raps hat 12,5. Wir versuchen es in eineinhalb Stunden nochmal“, sagte der Drescherfahrer mit dem grauem Koppel der Nationalen Volksarmee.

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Hammer und Sichel im Ehrenkranz. Ein Koppel der DDR-Armee, NVA.

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Flexibel und bereits von reichlich Anblick im Revier begrüßt, setzen wir uns kurzerhand an. Ich wählte einen Platz am Revierrand. Der Wind stand jedoch nicht optimal. Eigentlich egal, denn ich wartete auf den Beginn der Rapsernte. In Gedanken versunken, träumte ich vor mich hin, bis ein Jährling auf die Wiese stürmte, um zwei Kitze zu vertreiben. Stolz schritt er in seinen Einstandsecke zurück. Viel zu weit, aber zum Filmen ließ er mir ausreichend Gelegenheit. Ich machte mir keine Hoffnung, dass der Jüngling näher kommt, ging der Wind doch genau in seine Richtung. Zwanzig Minuten später raschelte es hinter meinem Rücken laut im Roggenfeld. Gehörschutz auf und langsam gedreht, konnte ich den Jährling auf 60 Schritt erstarrt an der Feldkante sehen. Langsam, langsam griff ich zur Helix, den Spannschieber leise noch vorn, das Leuchtabsehen kurz hinter das Blatt und Abzug… . Ich sah noch, wie der Bock im linken Bogen wendete und im Roggenfeld verschwand. Der Schuß sass vom Gefühl gut, aber man kann es nicht wissen, so wartete ich einen halbe Stunde.

Zwischenzeitlich hatte es geregnet und ich verzog mich unter den Ansitzbock, um Foto- und Filmkamera vor dem Regen zu schützen und mir wurde auch klar, dass der Raps noch länger stehen bleiben würde. Ein anderer Blickwinkel ist das unter einem Ansitzbock. Versucht es mal 😉 .
Und mit dem Eintreffen der übrigen Jagdfreunde ging es zum Anschuß. Der dann besichtigte Anschuß beruhigte. Klassisch hellroter, blasiger Schweiß (Blut), Lungenschweiß und davon reichlich. Für die Nichtjäger kurz erklärt, bedeutet es, dass das Geschoß unter anderem die Lunge getroffen hat. Jäger bedeutet dieses Pirschzeichen, dass das Tier sicher entfernt in näherer Entfernung zu finden ist. Kurz verlor ich jedoch im Roggenfeld die Schweißfährte und mein Blick verrät die kurze Ratlosigkeit, aber nach gut 50 Schritt stand ich vor dem Jährling. DSC_0105

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Hellroter, blasiger Schweiß … Lungenschweiß

Nach dem Versorgen ging es ins Quartier, um rechtzeitig am Abend nochmals anzusitzen. Erst gegen acht Uhr ging das tierische Treiben los. Ein stattlicher Altfuchs verließ sich streckend einen kürzlich angelegten Feldbau. Wieder zu weit, aber geeignet zum Filmen. Viel Rehwild konnte ich sehen und einen Fuchs, der kurz nach 20 Uhr aus dem Raps auf die Wiese zog. Das Testglas von Swarovski zeigte 118 Meter an, ich schoß und traf den Fuchs aufs Blatt.

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Ein runder Tag und bis zum Dunkelwerden genoß ich den Anblick von Dachs, Kornweihe, Höckerschwänen, noch mehr Rehwild und…und…und.
Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass eine unsichtbare Hand, das vor mir liegende Rapsfeld nur einmal kurz anhebt, damit ich sehen kann, wieviele Sauen sich im letzten Rapsfeld weit und breit verbergen. Aber es war auch so ein schöner Tag, auch wenn er anders verlief als gedacht.

Gruß und Waidmannsheil. Euer Dreispross

#schmidtbender #rwsbleifrei #merkelhelix #merkeljagd #Deerhuntereu #forrealhunters #Deerhunter #dreispross

Nachtrag am 15.August 2015: Heute habe ich mir Steaks des erlegten Rehbocks gegrillt. Ein gutes Gefühl zu wissen, woher das Fleisch stammt. Und lecker war es auch noch.

Zubereitung Rehsteak (3)

Kein Fleisch aus der Massentierhaltung, Steaks aus der Rehkeule

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