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Bald beginnt die Drückjagdsaison und das bedeutet stundenlanges Warten auf dem Stand bei kalten Temperaturen. Wer friert, verliert die Lust am Jagen und dem fehlt im richtigen Moment beim Anlauf vom Wild die Konzentration. Der in dicken Jacken eingezwängte Standschütze wird beim Gewehranschlag und Mitschwingen keine gute Figur machen.

Nun gibt es diverse Anbieter für beheizbare Bekleidung. Eigentlich das Richtige, um nicht zu dick angezogen zu sein und bei Bedarf wohlige Wärme abzurufen.

Wer metertiefen Schnee und Temperaturen bis zu 30 Grad Minus erleben möchte, muss in den Hohen Norden. Der perfekte Ort, um beheizbare Kleidung zu testen.

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Fotos: Eike Mross

Ich war im März in Schwedisch Lappland, oberhalb des Polarkreises und die norwegische Firma TeamHeatedGear hat mir eine Heizweste, einen Handwärmer/ Muff und beheizbare Schuhsohlen zum Test mitgegeben.

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Heizweste/ Varmevest

Die Weste gibt es in schwarz mit rotem Reißverschluss (für Frauen auch in lila/weiß). Keine wirkliche Jägerfarbe, aber so kann sie auch bei anderen Freizeitaktivitäten getragen werden.

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Die Weste kann man in 4 verschiedenen Größen bestellen (M / L, XL / 2XL and 3XL / 4XL). Über einen seitlichen Reißverschluss kann man die Weite für die jeweilige Größe z.B. zwischen M und L oder XL und XXL variieren.

Sie ist sehr leicht und in einem Innenfach ist eine dünne, smartphonegroße Batterie an einem Kabelstecker befestigt. Diese Batterie kann entnommen und mit dem mitgelieferten Ladegerät geladen werden. Die Ladezeit beträgt vier Stunden. Dieses Ladegerät passt auch für die Batterie vom beheizbaren Handmuff, aber nicht für die beheizbaren Schuhsohlen.

An der Vorderseite der Weste, in Höhe des linken Schlüsselbeines, befindet sich ein Taster, der in drei verschiedene Einstellungen/ Heizstufen bedient werden kann. Der Taster wird durch längeres Drücken ein- bzw. ausgeschaltet. Mit einem kurzen Druck schaltet man die jeweiligen Einstellungen/ Heizstufe durch. Der Taster leuchtet dann in der jeweiligen Heizstufe Rot, Blau oder Weiß.

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Jede Heizstufe hat seine eigenen Farbe:

Rot/ High, 65 Grad Celsius, 4-5 Stunden Heizdauer

Blau/ Medium, 50 Grad Celsius, 5 Stunden Heizdauer

Weiß/ Low, 40 Grad Celsius, 7-9 Stunden Heizdauer

Den Taster kann man leicht bedienen. Allein durch die Position kann der Träger jedoch nicht so einfach die eingestellte Heizstufe sehen. Dafür jeder Andere schon von Weitem den beleuchteten Schalter sehen. Da man die Weste in der Regel unter einer leichten Jacke trägt, ist das nicht so dramatisch. Andernfalls bekommt man leicht Kontakt, da Dich jeder auf das „Licht“ ansprechen wird.

Es gibt nach meinem Wissen noch keinen deutschen Onlineshop, der die Sachen von THG anbietet.

Hier könnt Ihr die Heizweste direkt bei den Norwegern bestellen (sichere Bezahlung mit Paypal möglich): http://www.teamheatedgear.com/product/heated-vest/

In Schweden habe ich die Weste während einer dreistündigen Schlittenhundetour unter der Jacke Paläarktis 365 von MerkelGear und bei der Lockjagd auf Fuchs getragen. Es war kuschelig warm und die Batterie hat durchgehalten. Auch nach Schweden habe ich die Jacke bei Nachtansitzen mehrfach getragen und schätzen gelernt. Die Heizwesten wird mir bei den Drückjagden gute Dienste leisten. Das Highlight von HTG ist allerdings der Heizmuff.

Heizmuff/ Handwärmer:

Anfangs unterschätzte ich diesen schwarzen Schlauch mit einem Haltegurt, der wie ein Gürtel um die Hüfte getragen wird.

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Die Batterie befindet sich in einer Tasche auf der Rückseite des Handwärmers. Der Taster funktioniert wie bei der Weste in den drei Stufen. Allerdings befindet sich auch innen ein Schalter, der parallel bedient werden kann. Wir sassen in einem nordschwedischen Flussbett an einem eiskalten Morgen und nach jedem Ruf mit dem Fuchslocker ging meine Hände in den Heizmuff. Ein geniales Teil, gerade wenn man die Hände schnell an die Waffe nehmen muss. Allein der Preis von 179 € schreckt ab. Hier geht zum Produkt auf der Seite von TeamHeatedGear http://www.teamheatedgear.com/product/handwarmer/

Beheizbare Schuhsohlen:

Im Preis von 149 € befinden sich folgende Dinge im Lieferumfang. Zwei Einlegesohlen, die auf die jeweilige Schuhgröße angepasst werden können. An der Hackenseite befindet sich der Anschluss für das mitgelieferte Ladekabel. Und mit dabei ist eine Fernbedienung mit den Tasten H,M,L sowie On/OFF.

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Heizstufe H wie High: 55 °C für 3-4 Stunden

Heizstufe M wie Medium: 50 °C für 4/5 Stunden

Heizstufe L wie Low: 45 °C für 6/7 Stunden

Ich hatte in Schweden Winterstiefel von SEELAND Treestand Pac II dabei. Die waren so warm, dass die Einlegesohlen nicht nötig waren. In der kommenden Wintersaison werde ich sie ausprobieren und berichten.

Produktlink: http://www.teamheatedgear.com/product/heated-insoles/

Weitere Informationen findet Ihr auf den englischsprachigen Webseiten www.varmevest.no, www.varmevast.se oder www.teamheatedgear.com

Vergleichsangebote von anderen Herstellern findet Ihr u.a. hier: https://goo.gl/oPMweA

 

 

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Sieht sehr kalt aber auch sehr schön aus! Herausforderungen machen nur stärker. Ist es schwieriger, sich in so dicken Klamotten zu bewegen oder stört es überhaupt nicht? Grüße, Sebastian

    1. Hallo Sebastian, die nordschwedische Kälte (bis zu Minus 15 Grad habe ich dort erlebt, möglich sind bis -30 Grad) war zu ertragen ;-). Der HART-Overall Oakland https://goo.gl/chGiR5 ist dick, aber nicht schwer. Er gab genug Bewegungsfreiheit. Ich bin so zum Snowshoeing, habe angesessen, mit dem Locker gejagt und mit dem Schneemobil gefahren. Darunter trug ich eine lange Unterwäsche, die Seeland-Winterstiefel (sehr leicht! https://goo.gl/L5KPrn) mit dicken Socken, die Heizweste (bei Bedarf eingeschaltet) und das Schneehemd. Wichtig sind eine Mütze und ein Schal, den man über die Ohren und das Gesicht ziehen kann. Möchtest Du auch mal wieder Tiefschnee erleben?! Gruß und Waidmannsheil Andreas

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